Wald Geißbart / Aruncus dioicus
Der Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Geißbärte (Aruncus) in der Unterfamilie der Spiraeoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Der Wald-Geißbart ist eine empfehlenswerte Garten- und Parkpflanze, sie ist auch für Wildpflanzengärten sehr geeignet. Ihre Vermehrung kann durch Teilung erfolgen. In Norditalien werden die jungen Triebe als essbares Gemüse auf den Markt gebracht. Der Wald-Geißbart enthält wenige Blausäure-Glykoside und sollte deshalb nur gekocht genossen werden. Die Samen enthalten Saponine.
Beim Wald-Geißbart handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 100 bis 150 (30 bis 200) Zentimetern erreicht. Sie besitzt ein kurzes, kräftiges, unterirdisches, verholzendes Rhizom, von dem viele Wurzeln ausgehen. Die aufrechten, etwas geknickten und bis hinauf zum Blütenstand unverzweigten Stängel sind stielrund bis seicht gefurcht und verholzen oft am Grunde.Die mit einer Länge von bis zu 1 Meter sehr großen, wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreite ist zwei- bis dreifach drei- oder fünfteilig gefiedert. Die grünen bis grau-grünen Fiederblättchen sind bei einer Länge von 6 bis 15 Zentimetern eiförmig mit fast herzförmiger bis zugespitzter Basis und spitzem bis lang zugespitztem oberen Ende. Ihre Ränder sind scharf unregelmäßig bis doppelt gesägt. Anfangs ist die Blattunterseite abstehend behaart und verkahlen später. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Gattung: Geißbärte (Aruncus)
Art: Wald-Geißbart
Wissenschaftlicher Name: Aruncus dioicus
Entdecker: Merritt Lyndon Fernald (* 5. Oktober 1873 in Orono, Maine; † 22. September 1950 in Cambridge, Massachusetts) war ein amerikanischer Botaniker. Er verbrachte seine gesamte akademische Karriere an der Harvard University. Sein Autorenkürzel lautet „Fernald“.
Der Wald-Geißbart ist in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel weitverbreitet. Für Aruncus dioicus var. dioicus gibt es Fundortangaben für Spanien, Andorra, Frankreich, Monaco, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, die Niederlande, Luxemburg, Belgien, Tschechien, Polen, Belarus, die Ukraine, Ungarn, Serbien, Kosovo, die Slowakei, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Albanien, Griechenland, den asiatischen Teil der Türkei, Georgien, Abchasien, Adschara, Aserbaidschan, die Autonome Republik Nachitschewan und Armenien. Aruncus dioicus ist in vielen Ländern ein Neophyt. Der Wald-Geißbart ist – wie beispielsweise in Norddeutschland, wo diese Art nicht natürlich vorkommt – gebietsweise ein „Gartenflüchtling“.