Hängende Blauzeder/ Cedrus atlantica ‚Glauca Pendula‘
Die Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zedern (Cedrus) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie wurde im Jahr 2013 in die Rote Liste gefährdeter Pflanzenarten aufgenommen.
Nachdem die Atlaszeder bis Anfang des 21. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum allenfalls als Zierbaum in Parks und Gärten Verwendung fand, wird ihr im Zuge des Klimawandels großes Potential als Alternativbaumart prognostiziert. Ihre Trockenheits- und Hitzetoleranz, der recht geringe Anspruch an den Boden sowie die erwartete geringe Invasivität erwecken vor allem im süddeutschen Raum große Hoffnungen für den Einsatz als Gastbaumart in einem klimatoleranten Forst. Ihr gerader Wuchs und die physikalischen Eigenschaften könnten die Möglichkeit zur künftigen Produktion von Konstruktionsholz aus der Atlaszeder bieten. Um dieses erwartete Potential zu verifizieren, finden vor allem in Bayern und Baden-Württemberg seit einigen Jahren Praxisanbauversuche und Probepflanzungen der Atlas- sowie der verwandten Libanonzeder statt.
Die Atlas-Zeder ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 40 Metern und Stammdurchmesser von 200 Zentimetern erreicht. Der Wuchs von Atlas-Zedern ist oft sehr individuell, sowohl bei der reinen Art als auch bei den Gartenformen, so dass eine Bestimmung aufgrund des Erscheinungsbildes – insbesondere bei älteren Zedern – sehr schwierig ist. Atlas-Zedern können bis 900 Jahre alt werden. In der Jugend locker-kegelförmig mit aufrechtem Gipfeltrieb. Im Alter unregelmäßige Krone, oft mehrstämmig. Äste unregelmäßig und steil aufwärts wachsend. Die Borke ist bei jungen Bäumen grau und glatt, bei älteren Atlas-Zedern-Stämmen ist sie schuppig, etwas rissig und dunkel- bis schwarzgrau. Die Rinde der nicht hängenden Zweige ist dicht behaart und gelblich. Die Nadeln der Atlas-Zeder sind 1,5 bis 2,5 cm lang, 1 bis 1,2 mm breit an Kurztrieben zu 10 bis 30 gebüschelt, an Langtrieben vereinzelt wachsend, steif und spitz, bläulich-grün, etwa gleich lang. Die Atlas-Zeder ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blühfähigkeit der Atlas-Zeder beginnt mit 25 bis 30 Jahren. Die Zapfen wachsen aufrecht an Kurztrieben. Männliche Zapfen sind blassgelb, zylindrisch, 3 bis 5 cm lang. Weibliche Zapfen sind unscheinbar, grün bis rötlich, 1 cm lang, eiförmig. Die Samenschuppen sind etwa 3,5 cm breit. Bei Reife weisen die Zapfen eine Länge von 5 bis 7,5 cm und einen Durchmesser von bis zu 4 cm auf; sie sind tonnenförmig, mit flacher oder eingedellter Spitze. Im ersten Jahr sind sie hellgrün, im zweiten hellbraun, aufrechtstehend. Nach der Reife (Reifezeit 2 bis 3 Jahre) zerfällt der Zapfen am Baum, wobei die verholzte Spindel stehen bleibt. Die Samen sind 1 bis 1,2 cm lang, mit 1,2 bis 1,5 cm langem Flügel; sie keimen leicht.
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Abietoideae
Gattung: Zedern (Cedrus)
Art: Atlas-Zeder
Wissenschaftlicher Name: Cedrus atlantica ‚Glauca Pendula‘
Entdecker: Élie-Abel Carrière (* 4. Juni 1818 in May-en-Multien im französischen Département Seine-et-Marne; † 17. August 1896 in Paris) war ein französischer Gärtner, Botaniker und Schriftsteller. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Carrière“; früher war auch das Kürzel „Carr.“ in Gebrauch.
Die Heimat der Atlas-Zeder ist das nordafrikanische Atlas- und Rif-Gebirge, wobei kein Vorkommen im ariden Antiatlas-Gebirge bekannt ist. In Höhenlagen zwischen 1000 und 1800 Meter bildet sie Reinbestände oder ist vergesellschaftet mit der Numidischen Tanne oder verschiedenen Kiefernarten. Sie wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts vorwiegend im milden Klima Südeuropas als Zierbaum angepflanzt, seit dem späten 20. Jahrhundert werden Atlas-Zedern auch für die forstliche Nutzung vor allem im französischen Luberon und auf Korsika eingesetzt. Die Atlas-Zeder gedeiht aber auch in den geschützten Lagen Mitteleuropas (Bodensee, Rheinland, Rügen). Die Atlas-Zeder wird als Blauform (Cedrus atlantica ‚Glauca‘), die als etwas winterhärter gilt, auch in klimatisch weniger begünstigten Lagen gepflanzt.