Blutbuche

Fagus sylvatica f. purpurea

Blutbuche/ Fagus sylvatica f. purpurea

Die Blut- oder Purpurbuche geht auf eine Mutation einer Rotbuche zurück. Rund 99 Prozent aller existierender Exemplare sollen auf die Mutterblutbuche aus dem Jahre 1690 aus dem Possenwald auf der Hainleite nahe der thüringischen Stadt Sondershausen zurückgehen. Rund um den Baum keimten die sogenannten 11 Schwestern, mit denen die Zucht der Blutbuchen gezielt begonnen wurde. Die Pflanze fand europaweit Interesse, sodass u. a. auch ein sehr früher Abkömmling im Londoner Hyde Park zu finden war, und sich von dort aus die Blutbuche weiter ausgebreitet hat. Unter dem jagd- und forstbegeisterten Fürsten Günther Friedrich Carl II. von Schwarzburg-Sondershausen (1801–1889) untersuchte der 1823 als Forstmann eingesetzte Eduard Michael den Mutterbaum. Im Jahr 1841 wurde veröffentlicht, dass der Ursprungsbaum zu jener Zeit 27 Meter hoch war und eine Stärke von 80 (von Ost nach West gemessen) bzw. 85 Zentimeter (von Nord nach Süd) hatte. Michael versendete als Oberlandesforstmeister ab den 1860er Jahren von Sondershausen aus Samen und Edelreiser an andere Forstämter, Gärtnereien und Privatpersonen. Somit begann die systematische Zucht und Ausbreitung der Blutbuche nachweislich verstärkt erst im 19. Jahrhundert. Der Handel wurde weltweit u. a. nach Frankreich, England und Amerika ausgeweitet. Die größten Bestände von Blutbuchen sollen sich in Schottland befinden. Die Mutterblutbuche selbst existierte noch bis zu ihrem Abbrechen 1926. Auf dem Blutbuchen-Wanderweg nach Oberspier erinnert ein Hinweisschild am stark verwitterten Stumpf an den Ursprungsort. In unmittelbarer Nähe befindet sich der noch besser erhaltene Rest einer der Schwestern-Bäume.

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